Den Vulkanen Erciyes Dağı und Hasan Dağı verdanken wir diese imposante Landschaft in Zentralanatolien. Kappadokien umfaßt heutzutage mehrere Provinzen. – Im Mittelalter war es eines der wichtigsten Zentren des Byzantinischen Reiches. Rund 1000 Jahre spielten die Klöster eine große Rolle. Erst durch die Eroberung der türkmenisch‑mongolischen Gruppen, später dann durch die der Osmanen, endete das Klosterleben. Einige Kirchen waren durch die in Anatolien lebende griechische Minderheit bis zum Bevölkerungsaustausch im Jahre 1923 weiterhin in Gebrauch.
Bei Nevşehir fängt das Kerngebiet von Kappadokien an. Berühmt sind die Kirchen und Klöster von Göreme und Ürgüp. Die bis vor 5000 Jahren regelmäßig auftretenden Ausbrüche des Vulkan Erciyes Dağı haben diese Hochebene mit einer dicken Tuffschicht überzogen. Durch Erosion hat sich ein bizarre, gespenstische, fast surreale Landschaft herausgewaschen.
Pier Paolo Pasolini drehte in den 60ern seinen Film „Medea“ u.a. auch in den Tälern von Kappadokien. Ali und Nuri, zwei Jugendliche, sprechen uns wegen einer Zigarette an. Bei unserer Frage nach einem italienischen Regisseur fallen sie uns mit „Maria Callas“ und leuchtenden Augen ins Wort. Nein, sie waren damals noch Kinder. Aber der Bruder mit dem Esel durfte mitmachen. Gutes Geld gab es dafür!
Dreißig Kilometer südlich von Nevşehir, liegt Derinkuyu, eine der unterirdischen Städte in Kappadokien, die 1963 entdeckt wurde. Acht Stockwerke sind bisher freigelegt. In Kaymaklı, neun Kilometer entfernt, befindet sich eine Stadt mit zehn freigelegten Stockwerken. Auch in Özkonak, nördlich von Avanos, hat man eine unterirdische Stadt entdeckt. Man vermutet ein unterirdisches Netz von Wegen und Straßen, das noch unbekannte Orte in ganz Kappadokien miteinander verband.