Über Läden in der Stadt

·

zurück

„Eine merkwürdige Auffälligkeit in türkischen Stadtbildern ist die Tatsache, daß eine spezifische Branche (z. B. Technopop) sich auf tausend verschiedene Geschäfte aufteilt, die wiederum einträchtig nebeneinander versuchen, ihr Zeug an den Mann zu bringen. Will sagen: ein typisches Stadtviertel besteht fast ausschließlich aus Schuppen, die en detail den gleichen Schrott verhökern. Das heißt, daß jeglicher Einkauf wohl geplant sein sollte, will man nicht denselben Weg x‑mal umsonst hinter sich gebracht haben. Auf Frankfurter Relationen bezogen, könnte das dann ungefähr so aussehen, daß sich sämtliche Metzger ihre Eisbeinchen in Bornheim in den Boden stehen müßten, die Frugalfront sich jedoch über Sachsenhausen breit machen würde (sic!); Berufsapfelweintrinker müßten ihrer undankbaren Profession in Niedereschbach nachkommen…usw. Genau so (umgesetzt) verhält es sich hier leider (Supermärkte gibt es nix).“ (Brief Ende Februar 1988)