Wie zersägt man einen Baum?

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„Nach einigen Tagen lassen wir uns aus dem Dorf einen Baum liefern, den wir zunächst versuchten zu zersägen. Letztendlich lassen wir ihn gegen Bezahlung zersägen. Schon vor ein paar Tagen wollte uns Hasibe zeigen, wie Holz gehackt wird. Das lehnte ich ab. – Heute haben wir also das frisch geschlagenen Holz draußen liegen. Es sind ganz junge Äste und dickes Stammholz.“

„Unsere Abende werden immer sehr spät, da es lange dauert, bis der Ofen endlich brennt. ‘Richtig brennt‘ heißt, daß sich eine Menge glühender Holzkohle gesammelt hat, auf die wir – ohne zu fächern und ohne zu pusten – erneut Holzscheite stapeln können. Holz haben wir zwar genug, nur ist es ziemlich feucht, da es frisch geschnitten ist und von jungen Bäumen stammt. Nach unserer gestrigen Plackerei mit zwei Meißeln, einem Vorschlaghammer und einer Axt, waren wir erschöpft und hatten blutige Wunden. Zu unserem Erstaunen verbargen sich in einem Baumklotz fette, weiße Baumwürmer, etwas größer, doch im Aussehen ähnlich wie ihre Artgenossen, von denen Lévi‑Strauss in ‘Traurige Tropen’ schreibt, sie seien ‘wahre Leckerbissen für die Indianer‘. – Leider waren die Hühner, die ich zu ihrem Verfüttern suchte, geflohen. ‑ Der Unterschied beim Zersägen von frisch geschlagenem und länger gelagertem Holz ist gewaltig und mußte erst von uns herausgefunden werden. – Ein paar Tage später kommt ein junger Mann, der uns den gelieferten Baumklotz in einem Nachmittag in handliche Holzscheite spaltet. Woher dieser schmächtige 17‑18 Jährige diese Kräfte nimmt?“ (Tagebuch vom 11. 12. 1987)