Fehlende Kohle

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„Ende November, als wir ins Dorf kommen, ist es bereits kühl. Kohle findet sich zu dieser Zeit keine mehr auf dem Markt, obwohl sie im Nachbarort Soma abgebaut wird. 

Heute ist zum ersten Mal die Luft so kalt und feucht, daß man sich Schneekälte vorstellen kann. Wir sitzen lesend am Gasofen. Abends folgt dann wieder der Kampf mit dem Ofen. Bis er richtig, rußfrei brennt, dauert es eine Weile. Da wir keine Kohle haben, müssen wir ständig nachlegen. Hasibe Hanim bringt Sandkieferspäne und Altpetroleum in Form einer Paste und trockne Stöckchen ‑ so geht der Ofen endlich an.

Die Lösung der Probleme wäre Kohle… Jede Kohle wäre uns inzwischen lieb. Die hiesige Kohle ist in großen Brocken und muß erst zerkleinert werden. Dazu soll man vor die Haustür gehen! Jeder Krümmel wird nach dem Zerkleinern aufgefegt. Inzwischen wären wir glücklich um jeden Krümmel. Die Nachbarn bieten uns Kohle an, doch wäre es unverschämt, welche von ihnen anzunehmen. Ihr Vorrat ist begrenzt und reicht gerade nur für sie. Bald, so heißt es, kommt welche aus Soma. Noch zu erwähnen, ist der ungeheuerliche Staub, der beim Heizen entsteht und weitgehend aus verbranntem, herumflatternden Papierteilchen und grauer Asche besteht.“ (Tagebuch vom 11. 12. 1987)