„Ich gehe früh mit auf die Weide. Die Tiere werden heute geimpft. Birol, ein von der Verwaltung in Bölcek Festangestellteauskunftr, ist dabei. Ein Veterinär aus Bergama sollte bereits um 8.00 Uhr kommen. Real kommt er dann erst um 10.00 Uhr. Wie immer gibt es hier keine festen Abmachungen. Auf dem Impfplatz sind alle Männer versammelt, da der Besitzer anwesend sein muß. ‑ Zwei Frauen, die auch ihre Schafe impfen lassen wollen, sprechen Adem an, um von ihm zu erfahren, wann der Veterinär aus Bergama denn endlich käme. (Zwei ältere Frauen wagen nicht, einen Mann um Auskunft zu fragen!) Der zehnjährige Adem ist Vermittler. – Zur Impfung ihrer Kuh ist noch eine alleinstehende Frau gekommen. Mustafa Bey ‑ Adems Vater – ist so nett und hilft ihr die Kuh zu bändigen. Aus solchen Situationen verstehe ich, wie schwierig es ist, wenn kein Mann im Haus ist.“ (Tagebuch vom 04. 05. 1988)