„Heute mittag habe ich wieder meinen Gang durchs Dorf gemacht, um die bestellten Zeitungen zu holen und dabei gleich bei der Post vorbeizuschauen. Das Wetter ist heute verhangen und kühl. Richtung Küste sieht man einen sonnendurchfluteten Himmel.
Schon zu dieser Zeit haben die Frauen die gröbste Arbeit verrichtet. Sie sitzen in den Innenhöfen oder hinter der Gardine ihrer Zimmer miteinander zusammen und haben die Kleinkinder bei sich. Sie verfolgen alles und jeden, der vorbei geht und tauschen sich aus.
Fast nie ist, wenn ich zur Bäckerei gehe, unterwegs eine Frau zu sehen. Sie halten sich wirklich nur in den Hintergassen auf. Beim Gang durch den Ort ziehen sie das Tuch so vor den Mund, daß ich sie kaum erkennen kann. – In der eigenen mahalle haben die Frauen oft nur ein weißes Tuch umgebunden, mit dem sie sich von Haus zu Haus unterhalten oder sich besuchen.“ (Tagebuch vom 03.12.1987)