Liebeswerben um Whisky

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„Sämtliche Rüden der Nachbarschaft bemühen sich ungleich lautstärker als oben erwähnte Vögel um die Gunst, der inzwischen in unserer Obhut befindlichen Hundedame (wie gesagt: Whisky), die sich als Bewohnerin eines flotten, strohmöblierten, von Künstlerhand geschaffenem Traumbungalows, umso größerer Beliebtheit erfreut. Dumm nur, daß der Erbauer besagter Hütte in seinen vielschichtigen Konstruktionsplänen (der architektonische Clou: Plastikplanenbedeckte Dach+Wand-Verkleidung) nicht die Tatsache bedachte, daß bei aufkommender ‘Hitze’ triebgeplagtes Hundemädchen sich nicht allzu weit von ihrem Luxuschalet entfernen würde.

Die Standortfrage wurde also extrem verschlafen, da sich die architektonische Meisterleistung unauffällig dezent an die Hauswand der eigenen Behausung schmiegt. Ein unsäglicher Terror, vorzugsweise in den Nachtstunden ist das Ergebnis dieser verhängnisvollen Miss Plannung. Selbst fortwährendes Schmeißen mit ausgesucht fetten Wackern konnte dem strikten Versammlungsverbot nicht den nötigen Nachdruck verleihen. So ist als Teilerfolg nur ein von mir verursachter Koitus interruptus zwischen Whisky und ihrem Favoriten (zärtlich ‘Rüde vom Wasserturm’ genannt) zu vermelden, der die beiden Liebenden auf der Veranda in Form einer geballten Wasserladung ereilte. Daß noch ein Krampf an exponierter Stelle hinzukam, konnte die zwei Glücklichen nur noch enger und langfristiger zusammenschweißen, was das restliche Dutzend verdutzter und liebeshungriger Rüden aus nächster Nähe begutachteten.“ (Brief vom 17. 05. 1988)