Kına ‑ Henna

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Auffällig oft haben Frauen und Kinder rotgefärbte Fingernägel und Handflächen. Dieser Farbstoff stammt vom Hennastrauch, einer alten Kulturpflanze. Aus den gelben Rispenblüten werden wohlriechende Öle gewonnen, die als Grundbestandteil von Parfümen und Balsamen benutzt werden. Für das Färbemittel allerdings werden die Blätter gesammelt und getrocknet. Henna genießt den Ruf, sowohl quälende Kopfschmerzen zu lindern als auch rissig gewordene Hände und Füße zu heilen.  Besonders gegen den bösen Blick soll Henna ein Schutzmittel sein. Die Anwendung des Pulvers stellt einen magisch‑religiösen Ritus dar. Wann immer man aus dem Leben abberufen wird, sollte man an der Pforte zum Jenseits eine eingefärbte Körperstelle vorweisen können. Nach der Überlieferung verwendete die Mutter des Propheten Muhammed Henna; damit ist der Gebrauch für gläubige Frauen zum Vorbild erhoben. Henna wird den Bräuten am Vorabend vor der Hochzeit auf Füße und Hände gestrichen. Es handelt sich um ein Fruchtbarkeitsritual.