„Nicht uninteressant auch, was ‘pantalon balığı’ uns sagen will: männliches Glied; Penis ‑wobei ‘balığı’ die Adjektivisierung von ‘Fisch’ ist ‑ könnte man also auch liebreizenderweise mit: ‘Fisch in der Hose’ traduieren. Jetzt geht’s aber weiter: der arme Fisch also wird ohne Ende + unübersehbar von x nach y gehieft, begleitet von ebenso offensichtlichen Rotz + Spuckausbrüchen, die ihre Krönung im sagenumwobenen ‘Spandauer’ finden, bei dem man eine Hand der liebgewonnen Gangschaltung freimachen muß, um mit derselben ein Nasenloch zuzuhalten, damit (bei kräftigem Prusten) der sich angesammelte, dementsprechend farbige Tee + Nikotingarber endlich das Licht der Welt erblicken darf. Daß bei derartigen Vorgängen schon mal die Kleidung eines, zufällig in der Nähe stehenden, Passanten oder Kumpels in Mitleidenschaft gezogen wird, egalisiert sich automatisch, da die gesamte männliche Dorfbevölkerung mit diesem Stigma lebt und dies auch optisch recht eindrucksvoll dem Zugereisten darbietet, indem sie sich en masse, Tag für Tag, an den am Hauptplatz gruppierten Teehäusern versammelt, um genau diesem Kult zu frönen. Die Kleidung (Hose, Jacket, Pullover) ist exakt den Verhältnissen angepasst; hier regiert der gute alte beigebraun Ton, mäßig abweichend durch hie + dort auftauchende schwarz/rot Töne, die aber auch als ‘gesetzt’ bezeichnet werden dürfen. Summa summarum bleibt festzustellen, daß dieser Stil das Prädikat ‘Original Country Style’ wie kein anderer verdient hat, im Gegensatz zum konkurrierendem ‘Country‑Life’ der ja leider nicht nur in türkischen Großstädten sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Davon jedoch später mehr.“ (Brief von Ende Februar 1988)