Ephesus

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Bereits wenige Kilometer hinter Izmir fällt der Stress von uns ab. Auf guter Straße kommt man nach Selҫuk bei Ephesus, der Stadt der Muttergottheiten. Schon 1000 vor Christus hatten die Ionier die Stadt auf den Mauern einer noch älteren Siedlung erbaut. Ephesus war bereits eine Weltstadt, als Rom noch nicht gegründet war. Später war sie dann Hauptstadt der römischen Provinz Asia.

Wer gegen Abend hier ankommt, sollte rasch auf den Burghügel hinauflaufen, um von dort, umgeben von weidenden Pferden, dem Sonnenuntergang zuzuschauen. Der Blick durch die gezackten Mauern des Kastells führt im Westen zu der Schwemmlandebene des kleinen Menderes, des antiken Kaystros. Früher war hier das Meer, und Ephesus eine blühende Hafenstadt. Unten, zu unseren Füssen, können wir die Ruinen des Artemision liegen sehen. Ausgrabungen zeigten, daß hier nacheinander fünf Tempel gestanden haben. In der Antike galt das Artemision als eines der sieben Weltwunder. Um den Tempel wohnte die Priesterschaft, die sich um die Kultordnung und die Verwaltung kümmerte. Das Heiligtum selbst durfte nur von Jungfrauen betreten werden. Heute ist das Artemision eher eine sumpfige Geröllstätte, wo Gänse schnattern und Ziegen  meckern.

Durch die Visionen einer deutschen Nonne zu Forschungen angeregt, brachte eine Untersuchungskommission 1896 heraus, daß die Jungfrau Maria einst in Ephesus gelebt hätte und ihr Sterbehaus auf diesem Berg läge. Nachdem der Ort vom Vatikan offiziell zum Wallfahrtsort erklärt wurde, pilgert man heute zur „Meryemana“ und setzt damit die jahrhundertealte Verehrung der Fruchtbarkeits‑ und Muttergöttinnen ‑ erst der Artemis, später der Diana ‑ fort.