Es kursieren Erzählungen von verzaubertem Zucker, der Mädchen Jungen gegenüber willenlos macht. Weit verbreitet ist der Brauch mit der Nabelschnur. Jeder Säugling bekommt bei der Durchtrennung einen Nabelnamen, denn nur mit diesem käme er in den Himmel. Die Nabelschnur wird bei Jungen im Garten der Moschee, bei Mädchen im häuslichen Stall vergraben, damit sie je nach dem Ort den Charakter bekommen mögen.
Praktiken der Wahrsagerei, z.B. durch das Lesen aus dem Kaffeesatz, gehören zum Alltag. Verreist ein enger Verwandter oder Bekannter, gilt der Brauch, ihm Wasser nachzuschütten: symbolisch wünscht man ihm eine flüssige, gut verlaufende Reise ohne Unterbrechungen. Beim letzten gemeinsamen Mahl wird von dem Scheidenden lokma, etwas Süßes aufbewahrt. Es garantiere, daß er wiederkehrt.